Netzhaut · Diabetes

Diabetische Retinopathie –
Diagnose & Therapie

Diabetes schadet nicht nur dem Stoffwechsel – auf Dauer schädigt erhöhter Blutzucker auch die feinen Blutgefäße der Netzhaut. Je früher wir die diabetische Retinopathie erkennen, desto besser lässt sich das Sehen erhalten.

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Wie entsteht die diabetische Retinopathie?

Ein langfristig erhöhter Blutzucker schädigt die Wände der kleinen Netzhautgefäße. Sie werden brüchig, undicht oder verschließen sich. Dadurch kommt es zu Einblutungen, zu Schwellungen der zentralen Netzhautstelle (Makulaödem) oder zur Bildung krankhafter Neugefäße.

Stadien

  • Nicht-proliferative diabetische Retinopathie (NPDR) – Frühstadium: Kleine Gefäßaussackungen, punktförmige Blutungen. Häufig noch ohne spürbare Beeinträchtigung des Sehens.
  • Proliferative diabetische Retinopathie (PDR) – Fortgeschritten: Krankhafte neue Gefäße auf der Netzhaut, instabil und blutungsbereit. Netzhautablösungen sind möglich.
  • Diabetisches Makulaödem (DMÖ): Flüssigkeit in der Makula – häufigste Ursache für Sehverlust bei Diabetes. Kann in jedem Stadium auftreten.

Symptome – oft erst, wenn Schäden bereits da sind

  • Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
  • Schwankende Sehschärfe
  • Dunkle Flecken, Schatten oder „rußregenartige" Trübungen im Blickfeld
  • Plötzlicher Sehverlust – augenärztlicher Notfall

Diagnose in unserer Praxis

  • Untersuchung des Augenhintergrundes nach Pupillenerweiterung
  • Optische Kohärenztomographie (OCT) – präzise Darstellung der Netzhautschichten und der Makula
  • Fluoreszenzangiographie (FAG) – sichtbar gemachte Durchblutung der Netzhaut

Vorsorge – die wichtigste Maßnahme bei Diabetes

  • Bei Typ-1-Diabetes: erste Augenuntersuchung spätestens 5 Jahre nach Diagnose
  • Bei Typ-2-Diabetes: erste Augenuntersuchung sofort bei Diagnose
  • Anschließend regelmäßige Kontrollen – meist jährlich, bei Auffälligkeiten häufiger
  • In der Schwangerschaft mit Diabetes: engmaschige Kontrollen

Behandlung – gezielt und stadiengerecht

Im Frühstadium

Im Vordergrund steht die internistische Therapie: konsequent eingestellter Blutzucker, kontrollierter Blutdruck, behandelte Blutfettwerte. Gemeinsam mit Ihrem Diabetologen oder Hausarzt können wir das Fortschreiten oft deutlich verlangsamen.

Bei Makulaödem – IVOM in unserem OP

Beim diabetischen Makulaödem mit Beteiligung der Netzhautmitte und Sehverschlechterung sind intravitreale Injektionen (IVOM) mit VEGF-Hemmern in der Regel die bevorzugte Therapie: Sie können die Schwellung reduzieren und das Sehen stabilisieren. Kortikosteroid-Implantate kommen in ausgewählten Situationen zum Einsatz – etwa bei Kontraindikationen gegen VEGF-Hemmer oder unzureichendem Ansprechen. Die Behandlung führen wir in unserem eigenen OP durch.

Bei proliferativer Retinopathie – Netzhaut-Laser

Die panretinale Laserbehandlung reduziert den durch die Netzhaut-Minderdurchblutung ausgelösten Wachstumsreiz und kann dadurch krankhafte Gefäßneubildungen zurückdrängen und das Fortschreiten der Erkrankung bremsen. Die Behandlung führen wir in unserem eigenen Laserraum durch.

Augenvorsorge bei Diabetes vereinbaren

Haben Sie Diabetes? Lassen Sie Ihre Netzhaut jetzt untersuchen – jährliche Kontrollen schützen Ihr Sehvermögen.

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